Staat und Gemeinden sind laut bayerischer Verfassung berechtigt und verpflichtet, der Allgemeinheit den Zugang zur freien Natur zu ermöglichen und diesen zu fördern. Daraus folgert auch die Verpflichtung, Wanderwege anzulegen und diese zu unterhalten. Der Wanderverband Bayern und seine angeschlossenen Gebietswandervereine sehen es als ihre Kernaufgabe, Natursport und insbesondere das Wandern zu fördern und das gesamte Management von Wanderwegen zu unterstützen sowie in eigener Verantwortung zu betreiben. Die Förderung von Natur-, Landschafts- und Umweltschutz sind dabei ein wesentliches Element.

Aus diesem Selbstverständnis verantworten die Wandervereine im Wanderverband einen erheblichen Teil des Wanderwegenetzes in Bayern. Sie handeln dabei im Interesse und im Auftrag des Gesetzgebers.

Mehr als 43.000 Kilometer Wanderwege werden von den Gebietsvereinen im Wanderverband Bayern ehrenamtlich betreut und markiert. Sie stehen der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung. Die markierten Wanderwege sollen sowohl den heimischen Wanderern als auch den Touristen die bayerische Landschaft in ihrer Eigenart und Schönheit zugänglich machen. Der sanfte und naturschonende Wander-Tourismus ist ohne die markierten Wanderwege und den dazugehörigen Wanderkarten undenkbar. Im Durchschnitt wurden in den letzten Jahren Wanderwege und deren Markierung in rund 31.000 Arbeitsstunden pro Jahr kontrolliert und, falls notwendig, erneuert.

Der Gesetzgeber räumt der Möglichkeit des freien Zugangs zur Natur und der Nutzung der Natur durch breite Bevölkerungsschichten einen hohen Stellenwert ein. Laut BNatSchG ist das Betreten der freien Landschaft zum Zwecke der Erholung ausdrücklich gestattet. Natur- und Freizeiterlebnis müssen aber auch natur- und landschaftsverträglich ausgestaltet sein. Freizeitwege überschreiten oft viele Grundstücke, sie queren Wald- und Jagdgebiete und durchlaufen sensible Landschaftsteile. Die Interessen des Naturschutzes sind ebenso zu berücksichtigen wie die der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung.

Besonderer Wert wird auf die Nachhaltigkeit der Wegearbeit gelegt. Der Wanderverband Bayern sieht sich für den Freistaat Bayern im Gebiet der zugehörigen Wandervereine auch in einer koordinierenden Rolle der Wegearbeit. Markierungen und Wegehinweise sollen möglichst nach einheitlichen Regeln erfolgen, auch wenn Dritte diese Arbeiten ausführen. Die Wegemarkierung erfolgt für alle Wanderwege grundsätzlich nach den vom Deutschen Wanderverband definierten Kriterien für „Qualitätswege Wanderbares Deutschland“.